Neulich auf der Digital Health – und was das mit Ihrem Unternehmen zu tun hat

Neulich besuchte ich den Digital Health-Kongress in München, der von der Süddeutschen Zeitung veranstaltet wurde. Die zweitägige Veranstaltung stand ganz unter dem Motto “Gesundheit neu denken” und setzte sich aus Key-Notes, Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Gesprächen zusammen.

Das ganze Programm drehte sich (wie der Name der Veranstaltung vermuten läßt) rund um Themen aus dem Gesundheitsbereich, die mit der Digitalisierung zusammen hängen, angefangen bei der elektronischen Gesundheitsakte, über neue Gesundheitsdienstleistungen wie Telemedizin, digitale Innovationen und Gesundheits-Apps, bis hin zu Pflegerobotern und personalisierte Medizin.

Ganz vorne mit bei den diskutierten Themen waren natürlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie Big Data, Datenschutz & Datenhoheit. Natürlich kamen auch Chancen & Risiken, Glaubenssätze (von Patienten wie Ärzten), Kosten und Nutzen zur Sprache. Und es kam auch zur Sprache, dass der Begriff eHealth inhaltlich mehr “e” als “Health” sei.

Nun werden Sie sich möglicherweise fragen: “Mit solchen Themen kämpfen wir auch, und Weiterlesen

Was Trauer mit Burnout zu tun hat

Anfang der Woche hatte ich eine sehr interessante Unterhaltung mit Herrn Ulrich Welzel, der sich beruflich mit Trauer am Arbeitsplatz befasst.
Es war ein sehr tiefgreifendes Gespräch, das mich sehr beschäftigt hat. Nicht nur weil wir die gleichen Ansprechpartner bei unseren Kunden haben, sondern auch, weil Trauern und Burnout einiges gemeinsam und miteinander zu tun haben. Daher möchte ich hier meine mit Ihnen Gedanken teilen, die sich in mir aus der Unterhaltung ergeben haben.

Nicht nur sind sowohl Burnout als auch Trauer am Arbeitsplatz Themen, die derzeit (noch?) wenig in der Öffentlichkeit thematisiert werden, wenn man mal von reisserischen Schlagzeilen und Aufmachern in den Printmedien absieht. Darüber hinaus besteht natürlich auch eine Wechselwirkung zwischen dem Trauern und einem Burnout-Prozess.

Denn wenn ein Mensch, der sich in seinem persönlichen Hamsterrad gerade so eben noch durch erhöhte Drehzahl (zumindest scheinbar) im Gleichgewicht halten kann, unerwartet in seinem familiären oder erweiterten Umfeld oder womöglich am Arbeitsplatz mit einem Todesfall konfrontiert wird, kann dies schon mal der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt – oder zum Platzen, je nachdem wie Sie wollen.

Fakt ist: Ein Trauerfall im persönlichen Umfeld rüttelt auf

Denn er konfrontiert uns mit unserer eigenen Endlich- und/oder auch Hilflosigkeit oder nimmt uns, gerade bei nahestehenden Angehörigen, die Orientierung. Abschied nehmen (müssen) schmerzt. Wer da nicht fest mit beiden Beinen im Leben steht und in sich selbst ruht, wird leicht aus der Bahn geworfen. Ein Zusammenbruch ist die Folge – auch wenn dieser vermutlich nicht unbedingt als Burnout sondern eher als Posttraumatische Belastungsstörung in die Akten eingeht. Eine Stabilisierung der eigenen Person wie Situation, eine Auseinandersetzung mit und Akzeptanz der eigenen Endlich- bzw. Hilflosigkeit sind wichtige und notwendige Schritte – ein Tun, was getan werden muss.
Wer sich diesen Schritten entzieht und der so weitermacht als ob nichts geschehen sei, sei es aus Zeitgründen oder weil es potenziell unangenehm oder unbequem ist, dem wird es früher oder später so gehen, wie dem Hochhaus, dessen Stahlbetonträger im Inneren zu viel Feuchtigkeit ausgesetzt sind: Lange Zeit passiert nichts und von außen ist häufig auch nichts zu sehen, aber innerlich rosten die Träger durch – sodass die langfristige Stabilität nicht mehr gewährleistet ist.

Aber auch andersherum gibt es einen Zusammenhang.
Denn auch ein ‘normaler’ Burnout (wenn es so etwas überhaupt gibt, an dieser Stelle meine ich damit jedenfalls einen ohne Todesfall) lädt ein zum Abschiednehmen: Vielleicht bin ich doch nicht so ein grenzenloses Kraftpaket wie ich immer dachte. Vielleicht kann ich doch nicht mehr überall mithalten (wie früher). Vielleicht bin ich auch doch nicht so flexibel, wie ich immer dachte. Vielleicht habe ich doch nicht (wofür mich andere immer schäz(t)en) für jede Sache eine Lösung parat. Vielleicht bin ich den ganzen Anforderungen nicht mehr gewachsen (ob diese von außen oder von mir selbst kommen, ist natürlich eine andere Sache). Vielleicht bin ich mit meinem Latein und/oder mit meiner Kraft einfach komplett am Ende…. Vielleicht ist es gerade (m)eine Fassade, die einstürzt. Da sind wir wieder bei der Hilflosigkeit.

Denn dieses Abschiednehmen bedeutet auch Trauern:

Um die Vergangenheit, die eigenen Grenzen, die eigene Verletzlichkeit. Evtl. aber auch um das Eingeständnis, dass mit meinem bisherigen Weltbild irgendetwas nicht funktioniert hat – sollte ich womöglich gescheitert sein?
Dennoch ist das Anerkennen dessen der erste Schritt zur Heilung: Das Fragen nach oder Annehmen von Hilfe, die Einsicht, dass sich nun etwas ändern muss/kann/darf. Klar, auch das tut weh, sehr weh. Ist aber langfristig die einzige Chance.

Nicht nur auf individueller Ebene neigt man/frau gerne dazu, diese Themen zu verdrängen, auch auf gesellschaftlicher. Anscheinend leben wir in Deutschland in einer Kultur (von Werbung & Medien unterstützt) in denen vordergründig “unangenehme” Themen wie Krankheit, Alter oder Tod zu ‘uncool’ sind für unseren hippen, ewig-jungen Lifestyle.
Nachdem aber Älterwerden und Tod niemandem im Leben erspart bleiben – und da ist das Leben äußerst gerecht, egal welcher Bevölkerungsschicht, Nationalität oder Bildungsgrad man angehört – tun wir gut daran, uns auch schon im frühen Erwachsenen-Alter damit auseinander zu setzen. Idealerweise schon bevor uns die eigenen Lebensumstände dazu auffordern.

Denn je früher man sich Gedanken macht, wie man im Alter sein Leben verbringen möchte – gesund oder pflegebedürftig, mit Familienangehörigen oder alleine, geliebt oder verachtet, erfüllt von dem Erlebten oder verbittert von dem Bereuten – desto eher kann man die entsprechenden Weichen im Leben stellen und sich für ein bewusst gestaltetes Leben entscheiden (und das schliesst auch den Abschied von einigen Optionen mit ein).

Welche Weichen möchten Sie stellen?

Welche Ziele möchten Sie am Horizont Ihres Alters erreicht haben? Dann ist JETZT ein guter Zeitpunkt für eine Kurs-Veränderung. Der nächste Kurs “Veränderung” startet laufend – damit Sie Ihre Lebensumstände bewußt gestalten anstatt Opfer der Umstände zu sein.

Herzlichst, Ihre
Christina Bolte

Das Leben nach dem Burnout

Neue Veranstaltungsreihe soll Burnout-Betroffenen Mut machen

In unzähligen Medienberichten über Burnout spekulieren Experten über die persönlichen wie gesellschaftlichen Ursachen des Phänomens, nur selten wird darüber berichtet, wie es für die Betroffenen danach weiter geht. Um diese Lücke zu schließen, findet unter dem Motto „Burnout – Der Weg zurück ins Leben“ ab März 2014 einmal pro Quartal in München eine neue Veranstaltungsreihe statt. Im Rahmen von regelmäßigen Podiumsgesprächen führt die Initiatorin der Ver- anstaltung, Gesundheitsexpertin Christina Bolte, durch ein persönliches Interview mit einem Betroffenen durch das Thema. Nach einer kurzen Einleitung zum Thema kommt jeweils ein Gast zu Wort.
Die betroffene Person berichtet von ihrem Burnout, der Integration und Umsetzung ihrer Erfahrungen und auch von ihrem neuen Leben “danach”. Durch deren per- sönliche Lebensgeschichte werden nicht nur die verschiedenen Auslöser für einen Burnout deutlich, sondern auch, dass nicht nur stressgeplagte Manager unter den Betroffenen sind.

Beim ersten Interview-Abend wird es um das Thema Selbständigkeit gehen – und um die Herausforderung, berufliche und private Anforderungen in Einklang zu bringen. Bei den weiteren Veranstaltungen kommen aber neben Burnout Betroffenen auch deren Angehörige sowie Fachleute aus angrenzenden Themen- bereichen zu Wort.

„Für viele Betroffene ist eine „Diagnose“ wie Burnout nicht nur ein Stigma sondern scheint zunächst auch das Ende ihres (Arbeits-)Lebens zu sein. Tatsächlich aber lernen viele Burnout-Betroffene im Rahmen von dessen erfolgreicher Bewältigung, ihre Segel neu zu setzen und können so einen neuen Lebenskurs einschlagen.“, weiß die Expertin Bolte. Andere Menschen, die befürchten betroffen zu sein, sollen durch die Veranstaltung ermutigt werden, sich ihrer Situation zu stellen, um so den bisher eingeschlagenen Lebenskurs zu überprüfen. Im Anschluss an das Gespräch ist Gelegenheit, um eventuell noch offene Fragen zu klären.

Bolte selbst hatte während ihrer langjährigen Tätigkeit im Controlling in der Industrie 2007 auch erlebt, was passiert, wenn man zu lange die eigenen Grenzen nicht beachtet. Krankheitssymptome wie Schlafstörungen, ein auffälliges Krebsvorsorge-Ergebnis und häufige Tränenausbrüche brachten sie damals dazu, sich in Therapie zu begeben. Ihre eigenen Erfahrungen hat sie mittlerweile in ihrem Buch „Burnout – Vom Jakobsweg zurück ins Leben“ verarbeitet, das kürzlich erschienen ist. Für sich selbst hat sie daraus die Konsequenzen gezogen und beruflich komplett umge- sattelt: Als Heilpraktikerin ist sie nun seit mehreren Jahren in der Behandlung und Prävention von Burnout tätig und leitet das Balance-Helpcenter in München, das ein regionaler Standort des bundesweiten Netzwerkes der Balance-Lotsen ist. „Sich einzugestehen, dass man erschöpft ist, dass man auch und gerade durch hohes Engagement ,ausbrennt‘, darf kein Tabu-Thema mehr sein. Uns ist dabei vor allem wichtig, den Betroffenen schnelle Hilfe vor Ort anzubieten, ohne lange Wartezeiten.“

Das Netzwerk der Balance-Lotsen bietet deshalb nachhaltige und ganzheitliche Unterstützungs-angebote. Betroffene oder auch deren Angehörige erfahren, an welchen Warnsignalen sie erkennen, wenn man ausbrennt, aber vor allem auch, wie sie aus dieser verhängnisvolle Spirale gemeinsam ausbrechen.
Daneben werden am Burnout-Helpcenter Unternehmen auditiert und deren Mitarbeiter im Rahmen von Vorträgen geschult. Auch werden dort Burnout-Sensoren ausgebildet, die als Experten für Prävention und Wiedereingliederung von Betroffenen in Betrieben zuständig sind. Sie nehmen in Unternehmen, Kommunen oder anderen Organisationen die Rolle eines „Ersthelfers“ wahr und stehen in ständigem Kontakt mit Balance-Lotsen und Balance-Helpcentern. Somit kann durch frühzeitiges Eingreifen das Auftreten von Burnout verhindert werden.

Veranstaltungsdetails:
Podiumsgespräch „Burnout – Der Weg zurück ins Leben“
Am Mittwoch, den 19.03.2014 um 19 Uhr
in der Co-Working-Community HUB Munich, Gotzinger Str. 8 in 81371 München
Anmeldung unter
Organisationspauschale: 25 Euro (inkl. Getränke)