Was ist Führung?

“Der wichtigste Erfolgsfaktor eines Unternehmens ist nicht das Kapital oder die Arbeit, sondern die Führung.”
Reinhard Mohn (1921-2009), deutscher Unternehmer

Neulich war ich auf einer Veranstaltung, wo ich (neben einigen anderen) einen äußerst spannenden Vortrag zum Thema Führung hörte. Sinngemäß ging es darum:

Führung ist das Schaffen des “Dazwischen”.

Vermutlich werden Sie sich nun fragen, was denn mit “Dazwischen” gemeint ist. Darüber musste ich auch eine Weile nachdenken.
Bis mir dann die folgende Geschichte einfiel: Weiterlesen

Das Märchen von der Führung

Diese Geschichte erzählte ich (so oder so ähnlich) in freier Rede am 22.05.2017 bei den ToastMastern, Speakers Corner in München:

Kennen Sie die Archetypen von C.G. Jung?

Neulich war ich auf einem Seminar, auf dem die 4 wichtigsten – der König, der Liebhaber, der Krieger und der Magier – behandelt wurden. Von diesen hat mich der König am meisten fasziniert, deshalb möchte ich Ihnen heute darüber eine Geschichte erzählen:

Es war einmal eine Prinzessin namens Sofia. Leider war ihr Leben alles andere als märchenhaft, denn ihre Mutter war sehr früh verstorben und so verbrachte sie ihre frühe Kindheit als Halbwaise. Ihr Vater, König Friedmund, war ein herzensguter Mensch, der ihr als Kind nach besten Kräften versuchte, die fehlende Mutter zu ersetzen. Dennoch wünschte sich Prinzessin Sofia manchmal mehr Raum, um das Leben selbst erforschen zu können, aber natürlich fehlte ihr vor allem ihre Mutter sehr.
So war Prinzessin Sofia nach Jahren des übervorsichtigen Behütens dann auch froh, als ihr Vater nach einigen Jahren wieder heiratete und wieder eine Königin an seiner Seite hatte: „Endlich werde ich wieder eine Mutter und ein Vorbild haben!“ Weiterlesen

Nachhaltigkeit und Burnout -Teil 4

In meinem letzten Beitrag schrieb ich über den Zusammenhang von Burnout, Konsum und Lebensfreude – und versprach Ihnen abschliessend, wie jeder von uns es schaffen kann, seine persönliches Maß an Lebensenergie bestmöglich zu erhalten. Es hat ein wenig gedauert, aber hier ist der Beitrag nun endlich…

Just in dem Moment, wo ich dieses schreibe, kommt mir spontan das Bild eines zarten Pflänzchens, dass von einem Gärtner liebevoll gepflegt und gegossen wird – und damit schließt sich auch wieder der Kreis zum ersten und zweiten Beitrag dieses Zyklus, denn mit dem Wort “Pflege” kommen wir wieder zum Begriff Kultur…

Natürlich sind weder Konsum noch Abenteuer und Erlebnis an sich etwas Schlechtes. Wichtig dabei ist jedoch zu hinterfragen  – am besten zunächst einmal sich selbst – mit welcher Einstellung ich etwas tue.

Greife ich gerade – und immer wieder – zur Schokolade (kann an dieser Stelle alternativ ersetzt werden durch Chips, Bier, Wein u. v. a.), weil ich Hunger habe oder Durst, um mich zu belohnen, um mich zu trösten oder sehne ich mich eigentlich nach etwas anderem?
Ich habe häufig erlebt, dass es eigentlich die Sehnsucht nach Anerkennung oder “Gesehen werden” ist die gestillt werden möchte, oder eine Innere Leere möchte gefüllt werden.

Die tägliche Nahrungssuche  stellt für die meisten von heute uns kein alltägliches Problem oder keine Lebensbedrohung mehr dar,  denn wenn Sie dies lesen, ist davon auszugehen, dass Sie neben einem Dach über den Kopf auch einen Computer oder ein anderes “mobiles Endgerät” wie es so schön heißt besitzen. Somit ist für die materiellen Bedürfnisse, um ein zufriedenes Leben führen zu können, gesorgt und unsere tägliche Arbeit ermöglicht uns häufig auch in großem Umfang (finanzielle) Unabhängigkeit, einen individuellem Ausdruck und Anerkennung.

Wie kann es wie es zu dieser Inneren Leere kommen? Aus meiner Sicht liegt es mitunter daran, dass wir in unserer Arbeit häufig nicht all unsere Fähigkeiten und Kenntnisse zum Ausdruck bringen und damit nicht unser volles Potenzial ausnutzen können. Der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow nannte dies Wunsch nach “Selbstverwirklichung”.
Oder die Tätigkeit steht nicht im Einklang mit unserem persönlichen Wertegefüge. Wenn zum Beispiel im Job eine gewisse Kaltschnäuzigkeit und Rationalität gefordert sind, ich aber eigentlich lieber einen empathischen Umgang mit meinen Mitmenschen pflegen möchte, kann dies auf Dauer krank machen.

Insofern ist es wichtig, dass wir uns “zur richtigen Zeit im richtigen Job” befinden. Sind wir es nicht, heißt es Handeln – idealerweise bevor unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden leiden.

In diesem Sinne – halten Sie nach!

Ihre Christina Bolte

Was Nachhaltigkeit mit Burnout zu tun hat – Teil 3

In meinen letzten beiden Beiträgen zum Thema Nachhaltigkeit (die Sie hier und hier finden), hatte ich mich mehr auf die Auswirkungen und Handlungsspielräume in einem Unternehmen gewidmet. Aber auch jeder und jede Einzelne ist von diesem Thema betroffen.
Denn wie ich in meinem ersten Beitrag erwähnte, hat Nachhaltigkeit viel mit einen verantwortungsvollen und weitsichtigen Umgang mit Ressourcen zu tun.

Ich möchte an dieser Stelle weniger darauf eingehen, inwieweit jeder einzelne seinen Beitrag zu den übergeordneten umweltbezogenen Aspekten leisten kann. Die Ressourcen, die ich jedoch gerne ansprechen möchte, sind Geld und Lebensenergie (oder allgemeiner formuliert: Gesundheit).

Ganz offensichtlich wird dies am Beispiel des Geldes: Wer langfristig mehr Geld ausgibt als er auf dem Konto hat, oder zumindest als regelmäßig wieder eingenommen wird, dem droht die (Privat-)Insolvenz. Zwar wollen es Kreditinstitute oder bankähnliche Unternehmen es den Konsumenten weis machen, wie “günstig” doch ein Ratenkauf oder eine Finanzierung ist, um damit den eigenen Umsatz zu fördern. Allerdings sind diese meist auch die letzten, die bereit sind auf ihre Forderungen zu verzichten, wenn der Gläubiger später – aus welchen schicksalhaften Umständen auch immer – zahlungsunfähig sein sollte.

Dennoch schränkt jede Kreditaufnahme, die zu mehr oder weniger kurzfristigen Konsumzwecken getätigt wird und der keine Einsparungen oder Einnahmen entgegen stehen (denn dann wäre es eine Investition) bis zu dessen Rückzahlung den zukünftigen (finanziellen) Handlungsspielraum ein.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Lebensenergie: Gemäß den chinesischen QiGong-Meistern wird jeder Mensch mit einem bestimmten Potenzial an Lebensenergie geboren – die allgemeine Lebensführung wie auch erworbene Krankheiten erschöpfen dieses Lebensenergiekapital eines Menschen unterschiedlich stark.

Das bedeutet, dass dauerhafter Stress im Alltag, mangelnde oder übertriebene Ausübung von Sport wie auch schlechte Ernährungsgewohnheiten genauso “Substanz-zehrend” für den Menschen sind, wie ein zu großer Konsum für ein Bankkonto. Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen, Burnout oder Depressionen können die Folge sein. Ob es in den chinesischen Lehren so etwas wie einen Lottogewinn für die Lebensenergie gibt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass dies beispielsweise einer Phase der frischen Verliebtheit vergleichbar ist, wenn man wochenlang beflügelt durch die Welt geht. Aber – wie beim Lotto auch – dauert die Euphorie meist nicht allzu lange an.

In meinem Umfeld oder in meiner Praxis höre ich immer wieder, viele der eben erwähnte Erkrankungen oder Depressionen seien angeboren – oder zumindest erblich bedingt. Das stimmt leider nur teilweise: Denn genetisch bedingt ist immer nur eine bestimmte Anlage oder Wahrscheinlichkeit, vergleichbar einer angeborenen Schwachstelle (in der Medizin spricht man von einer Disposition).
Durch übernommene oder neu erworbene Fähigkeiten und gesunde bzw. ungesunde Verhaltensweisen kann aber jeder Mensch darauf Einfluss nehmen, ob diese Art Soll-Bruchstelle tatsächlich anknackst oder stabil bleibt.

Wie ich bereits hier schrieb, muss dabei ein auf Abenteuer und Erlebnis ausgelegter Lebensstil nicht einmal im Widerspruch stehen zu einem gesundheitsbewußten Lebensstil und Lebensfreude.
Tut ein Mensch alles ihm Mögliche, um seine Lebensenergie – wie viel oder wenig ihm davon auch immer mit auf die Welt gegeben wurde – so gut wie möglich zu erhalten, ist dies aus meiner Sicht ein nachhaltiger Umgang mit den persönlichen Energieressourcen.

Wie das konkret gehen kann, können Sie demnächst im vierten Teil lesen…

Was Nachhaltigkeit mit Burnout zu tun hat – Teil 2

Beim letzten Mal hatte darüber geschrieben, dass Nachhaltigkeit sich nicht nur auf umweltpolitische Aspekte in einem Unternehmen bezieht sondern auch Auswirkungen auf dessen Personalpolitik haben kann und sollte.

Denn wird die “Ressource Mensch” dauerhaft vernachlässigt, kann das für ein Unternehmen langfristig verschiedene Auswirkungen haben:

  • Beispielsweise kann durch plötzliche Kündigung oder (Früh-)Pensionierung von Mitarbeitern wichtiges Know-How verloren gehen, sofern dies nicht im Rahmen einer persönlichen Übergabe oder von Wissensmanagement-Projekten weitergegeben wurde   – oder –
  • Aufgrund der im letzten Beitrag erwähnten psychischen Erkrankungen, die erfahrungsgemäß meistens über mehrere Monate andauern, steht dem Unternehmen die entsprechende Arbeitsleistung sowie ebenfalls deren Know How zumindest temporär nicht zur Verfügung.
  • Von den Krankheitskosten, die durch die Abwesenheit des Mitarbeiters entstehen, einmal abgesehen, entsteht dem Unternehmen möglicherweise auch dadurch weiterer Schaden, dass seine Zuverlässigkeit und seine Termintreue gegenüber den Geschäftspartner sinkt.
  • Wenn nun die anstehenden Aufgaben auf die verbleibenden Mitarbeiter verteilt werden, deren Arbeitszeit (und Belastbarkeit!) aber nun einmal ebenfalls begrenzt ist, riskiert der Vorgesetzte den Ausfall weiterer Mitarbeiter.
    Im Fachterminus heißt dies “Burnout-Kaskade”.

Was können Sie also tun, um einerseits die physische wie psychosoziale Gesundheit der Mitarbeiter und deren Knowhow (und damit die Leistungsfähigkeit) sowie andererseits die Motivation und Begeisterungsfähigkeit (also die Leistungs-bereitschaft) seiner Mitarbeiter zu erhalten?

Nun, aus meiner Sicht sind dafür mehrere Faktoren erforderlich, von denen die klassischen die nach außen ersichtlichen Entlohnungsfaktoren sind:

  • Die fixe und erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile, das können sein Firmenautos oder -telefone, private Nutzung von diestlich erworbenen Freimeilen oder andere Incentives. Erfahrungsgemäß bietet eine Gehaltserhöhung aber immer nur kurzfristige Movitation und Befriedigung, bis sie für den Mitarbeiter als “normal” empfunden wird. Dieser Lösungsansatz allein ist also nicht ausreichend.
  • Genausogut können das aber auch Leistungen sein, die direkt oder indirekt die Gesundheit der Mitarbeiter beeinflussen, wie eine ggf. bezuschusste Kantine, Zuschüsse für Mitgliedschaften im Sportverein oder Fitnessstudio, Entspannungs- und sonstige Freizeitangebot.
  • Auch Firmenkindergärten, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zu Teilzeit oder Heimarbeitsplätze vereinfachen vor allem den Alltag von Mitarbeiter/innen mit Kindern und wirken sich so positiv auf deren Motivation aus.

Der Vorteil dieser Maßnahmen ist nicht nur, dass diese nicht nur gut meß- und kalkulierbar sind. Sie lassen sich auch nach außen hin wunderbar nachvollziehen und vermarkten (z. B. auf der firmeneigenen Website).

Nicht zu unterschätzenden Einfluss haben jedoch auch das Unternehmensklima und der allgemeine Umgang unter den Mitarbeitern bzw. zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Und damit schließt sich auch fast schon wieder der Kreis zur Forstwirtschaft, die ich am Anfang des ersten Teils erwähnte. Denn Kultur (von lat. cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“; Quelle: Wikipedia) hat eben viel mit „pflegen” und auch mit “verehren” zu tun, also mit dem gegenseitigen Umgang.

Genausowenig wie ich von einem Acker oder Garten, den ich nicht dünge und/oder gieße, erwarten kann, dass er einen reichen Ertrag bringt, kann ich das von einem Mitarbeiter, den ich nie lobe oder fördere oder im schlimmsten Fall noch mit Jobverlust erpresse. Die schwäbische Mentalität “Nicht geschimpft ist Lob genug” ist an dieser Stelle wirklich kontraproduktiv, denn – und das muss selbst ein Schwabe zugeben – ein (ehrlich gemeintes) Lob ist nicht nur die kostengünstigste Motivation, die Sie Ihren Mitarbeitern bieten können, sondern wirkt sich positiv auf deren Motivation wie auch auf das Betriebsklima aus.

Zu einem Minimum an Kultur gehört es aus meiner Sicht, die Kollegen im gleichen Büro zu Arbeitsbeginn zu begrüßen, pünktlich zu Besprechungen zu erscheinen und während dieser nicht nebenbei mit dem Handy zu telefonieren. Ich persönlich habe es häufig genug als unangehm und auch demotivierend erlebt, wenn ich als Vortragende einer Präsentation o. ä. zu Menschen spreche, die mehrheitlich vor ihrem eigenen Laptop ihre Emails bearbeiten.

Eine andere Frage, die Sie sich stellen können ist jedoch, ob es in Ihrem Unternehmen eher eine Kultur des Mißtrauens und des Gegeneinander bzw. der “Verdrängung” gibt, in der jede anstehende Leistungsbeurteilung den Mitarbeitern bereits im Vorwege wochen-lang schlaflose Nächte beschert?

Oder herrscht bei Ihnen eher eine Vertrauenskultur gibt, in der jeder Mitarbeiter seine Bedenken und Kritik ohne Angst vor Nachteilen äußern und in der jeder jeden bei Bedarf ansprechen kann. Auch gehört dazu, offen zu Fehlern stehen zu können, damit diese so rasch und lösungsorientiert wie möglich korrigiert werden, anstatt sie zu verschleppen, was eine Behebung meist langwierig und teuer werden läßt.

Natürlich ist dies alles schwer messbar, erst recht von außen. Ein Unternehmens-Leitbild kann ein Indikator für die Unternehmenskultur sein, muss es aber nicht. Denn so ein Leitbild hat natürlich nur eine positive Auswirkung auf die Mitarbeiter-Motivation und
-gesundheit, wenn den Mitarbeitern darin auch ein entsprechend hoher Stellenwert als Erfolgsfaktor und nicht als Kostentreiber eingeräumt wird. Natürlich wirkt er sich erst recht nur positiv aus, wenn es auch entsprechend gelebt wird.

Dabei ist Unternehmenskultur nichts, was sich von heute auf morgen verordnen lässt, sondern etwas, was sich über Jahre bis Jahrzehnte aus gelebter Praxis entwickelt, am besten, indem die oberste Geschäftsführung mit gutem Beispiel vorangeht. Wobei das mit dem Vorleben allerdings manchmal ein wenig schwierig ist, denn was der eine als angenehm empfindet, mag einem anderen Kollegen sauer aufstossen.

So zum Beispiel ist der Spruch, der sich an einen um 17 oder 18 Uhr Feierabend machenden Kollegen richtet: “Nimmst Du heute wieder einen halben Gleittag” zwar meist scherzhaft gemeint. Dennoch ist er weder für die psychosoziale Gesundheit der einzelnen Mitarbeiter noch für das Betriebsklima wirklich dienlich, da unter den Mitarbeitern ein gewisser Leistungsdruck und Angst vor Versagen bzw. Nicht-Genügen erzeugt wird. Darüber hinaus wird durch Sprüche dieser Art auch ein gewisser Wettbewerb unter den Kollegen geschürt, die Mitarbeiter verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, sich aufwendig persönlich abzusichern und zu allen Seiten abzustimmen. Entscheidungsfreude und wahres Unternehmertum bleiben so auf der Strecke.
In diesem Fall werden die oben als Motivationsfaktoren angeführten Maßnahmen aus Angst vor persönlichem Imageverlust (“Wenn er Zeit für so etwas hat, hat der nichts zu tun,” oder “Wer lacht, hat noch Ressourcen frei”) nicht genutzt und verkümmern so zu blosser Kosmetik.

Zu einer wirklich nachhaltigen Form der Unternehmenskultur gibt Ihnen dieser Beitrag zum Thema “Gesundheitsgerechte Unternehmenskultur“, den ich gerade im Web entdeckt habe, ein paar Anregungen.

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion!

Was Nachhaltigkeit mit Burnout zu tun hat – Teil 1

Nachhaltigkeit ist ja mittlerweile schon fast ein alter Hut, kaum einer mag es mehr hören.
Ursprünglich aus der Forstwirtschaft kommend, mit der Bedeutung, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann (vgl. Wikipedia, Begriffs-herkunft), wird der Begriff heute eher in dem Zusammenhang mit der Bedeutung eines verantwortungsvollen und weitsichtigen Umgangs mit natürlichen oder schwer zugänglichen Ressourcen verwendet.

Egal, ob es sich um die Optimierung des Energieeinsatzes, die Verwendung nachwachsender Rohstoffe oder alternativen Energiequellen oder ein gezieltes Abfallmanagement – häufig bezieht sich der Begriff Nachhaltigkeit auf Bereiche des Umweltschutzes. Wobei kaum ein Unternehmer sich dieses Themas aus reinem Gutmenschentum heraus annimmt, denn viele der genannten Maßnahmen schonen auch den eigenen Geldbeutel.

Denn auch der Faktor Geld ist eine Ressource, mit der es nachhaltig umzugehen heisst. Denn wenn ein Unternehmen (oder auch eine Privatperson oder -haushalt) dauerhaft mehr Geld ausgibt als zur Verfügung steht, führt dies unweigerlich zur Insolvenz.

Um dem steigenden Kostendruck gerecht zu werden und dies zu vermeiden, greifen Unternehmer häufig zu vielfältigen Maßnahmen: Kosteneinspar-Pakete und Stellenabbau sind die häufigsten, über die in der Presse zu lesen ist. Somit sollen Personalkosten eingespart werden und die bestehende Arbeit durch weniger Mitarbeiter erledigt werden.

Leider wird dabei häufig übersehen, dies zwar vordergründig nachhaltig zu sein scheint, langfristig dabei allerdings auf Kosten des Personals (engl.: Human Ressource) gehandelt wird. Es mag zwar makaber klingen, Mitarbeiter als Ressource zu betrachten, dennoch finde ich den Vergleich im Zusammenhang mit dem Begriff Nachhaltigkeit gar nicht so abwegig. Denn zum einen handelt es sich tatsächlich um eine natürliche Ressource, um lebendige Menschen aus Fleisch und Blut, die ihre Fachkenntnis und Begeisterungsfähigkeit in ihre Arbeit mit einbringen. Und auch wenn sich diese Tatsache noch nicht flächendeckend herumgesprochen hat – ist die Ressource aber durchaus schwieriger zugänglich, als es scheint. Stichwort: Demografischer Wandel.
Darüber hinaus läßt sich auch feststellen, dass Menschen nicht unbegrenzt belastbar sind, die Medien waren in den letzten paar Jahren voll von Berichten über steigende Fallzahlen von Burnout, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen.

Daher, lieber Unternehmerinnen und Unternehmer, möchte ich an dieser Stelle plädieren für einen nachhaltigen Umgang mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Man kann heutzutage viele Produktionsschritte und andere Prozesse automatisieren. Aber in einem können die ganzen Maschinen und Anlagen mit Menschen nicht mithalten: Mit Leidenschaft und Weiterdenken.

Deshalb: “Pflegen und warten” Sie Ihr Personal, und gönnen Sie ihnen angemessene Auszeiten. Denn nicht nur Maschinen und Anlagen haben eine Auslegungsgrenze und benötigen Wartungsintervalle, für Mitarbeiter gilt das gleiche.

Wenn Sie dabei Unterstützung brauchen, helfe ich Ihnen gerne weiter.

Herzliche Grüsse und
ein erholsames Wochenende

wünscht Ihnen
Christina Bolte