Digitaler Wandel und Gesundheit – eine der größten Herausforderungen in der Zukunft

Digitaler Wandel und Gesundheit – eine der größten Herausforderungen in der Zukunft

Vermutlich kennen Sie die Situation: Am Firmen-Smartphone im Urlaub oder beim Frühstück noch einmal schnell die Emails checken? Am Wochenende mit dem Büro-Laptop von zu Hause aus die Präsentation für den Montag vorbereiten? Dank moderner Technologien und flexibler Arbeits(zeit)-Modelle verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zunehmend, und das nicht nur für Selbständige, Geschäftsführer oder Führungskräfte, sondern immer mehr auch für die „normalen“ Angestellten.

Höchste Flexibilität und Erreichbarkeit rund um die Uhr sind Attribute eines neuen Zeitgeistes, der sich nicht nur in unsere Arbeitswelt, sondern auch immer mehr in unser Privatleben einschleicht. Fragen über Fragen treten auf: Wie beeinflusst es unsere Arbeits- und Lebensqualität? Wie wirkt sich das auf unsere Gesundheit aus?

Das Thema Digitalisierung ist derzeit in aller Munde.

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Titel-Foto: © metamorworks – stock.adobe.com

Was ist Führung?

“Der wichtigste Erfolgsfaktor eines Unternehmens ist nicht das Kapital oder die Arbeit, sondern die Führung.”
Reinhard Mohn (1921-2009), deutscher Unternehmer

Neulich war ich auf einer Veranstaltung, wo ich (neben einigen anderen) einen äußerst spannenden Vortrag zum Thema Führung hörte. Sinngemäß ging es darum:

Führung ist das Schaffen des “Dazwischen”.

Vermutlich werden Sie sich nun fragen, was denn mit “Dazwischen” gemeint ist. Darüber musste ich auch eine Weile nachdenken.
Bis mir dann die folgende Geschichte einfiel: Weiterlesen

Das Märchen von der Führung

Diese Geschichte erzählte ich (so oder so ähnlich) in freier Rede am 22.05.2017 bei den ToastMastern, Speakers Corner in München:

Kennen Sie die Archetypen von C.G. Jung?

Neulich war ich auf einem Seminar, auf dem die 4 wichtigsten – der König, der Liebhaber, der Krieger und der Magier – behandelt wurden. Von diesen hat mich der König am meisten fasziniert, deshalb möchte ich Ihnen heute darüber eine Geschichte erzählen:

Es war einmal eine Prinzessin namens Sofia. Leider war ihr Leben alles andere als märchenhaft, denn ihre Mutter war sehr früh verstorben und so verbrachte sie ihre frühe Kindheit als Halbwaise. Ihr Vater, König Friedmund, war ein herzensguter Mensch, der ihr als Kind nach besten Kräften versuchte, die fehlende Mutter zu ersetzen. Dennoch wünschte sich Prinzessin Sofia manchmal mehr Raum, um das Leben selbst erforschen zu können, aber natürlich fehlte ihr vor allem ihre Mutter sehr.
So war Prinzessin Sofia nach Jahren des übervorsichtigen Behütens dann auch froh, als ihr Vater nach einigen Jahren wieder heiratete und wieder eine Königin an seiner Seite hatte: „Endlich werde ich wieder eine Mutter und ein Vorbild haben!“ Weiterlesen

Wozu brauche ich eigentlich ein BEM?

Immer wieder werde ich von Kunden gefragt, ob oder warum sie ein Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement (kurz: BEM) machen sollten.

Deshalb habe ich ein paar Gründe sowie den Ablauf des BEMs hier für Sie als Audiodatei (MP3) zusammengefasst:

Zum Nachlesen hier noch mal die Vorgehensweise:

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Wie genau funktioniert so eine Psychische Gefährdungsbeurteilung, was muss ich als Unternehmer da tun?

Den Ablauf einer Psychischen Gefährdungsbeurteilung, wie wir sie durchführen, finden Sie hier als Audio- (MP3) bzw. Videodatei zusammengefasst:

02_Wie wird so eine psychische Gefahrdungsbeurteilung im Detail durchgeführt? Weiterlesen

Was nutzt mir als Unternehmer eine Psychische Gefährdungsbeurteilung?

Warum ist eine psychische Gefährdungsbeurteilung für mich als Unternehmer überhaupt sinnvoll?

Wenn ich darüber mit Unternehmern spreche, heißt es immer wieder: “Dafür haben wir gerade keine Zeit” oder “Im Moment sind andere Themen wichtiger”. Warum und wie Sie aber manchmal auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können, das können Sie hier in dieser Audio- bzw. Videodatei nachhören:

01_Wozu brauche ich eigentlich eine Psychische Gefährdungsbeurteilung? Weiterlesen

Die Umsetzung einer Psychischen Gefährdungsbeurteilung ist unkomplizierter als Sie denken…

Seit 2014 ist die Durchführung einer Psychischen Gefährdungsbeurteilung für alle Unternehmen im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben.

Was viele, vor allem Kleinunternehmer, nicht wissen, ist, dass dies bereits ab dem ersten (auch geringfügig beschäftigen) Mitarbeiter gilt.
Neben der eigentlichen Durchführung ist aber auch deren Dokumentation sowie die Durchführung (und ebenfalls Dokumentation) geeigneter Maßnahmen (vgl. § 6) mindestens genauso wichtig.

Dabei ist die Art der Durchführung allerdings nicht im Gesetz vorgeschrieben. Grundsätzlich bleibt es Ihnen als Unternehmer überlassen, wie Sie Ihrer Pflicht nachkommen. Sie können die psychischen Gefährdungen also selbstverständlich auch selbst beurteilen – wenn Sie wissen wie. Eine pauschale Aussage, wie wir sie schon von einigen Unternehmen gehört habe, à la: “Psychische Gefährdungen liegen nicht vor” wird im Fall einer Kontrolle sicherlich nicht standhalten.
Wenn Sie die Gefährdungsbeurteilung selbst durchführen möchten, finden Sie in den BAuA-Tools eine große Auswahl an möglichen “Hilfsmitteln”, Werkzeugen und Verfahren, manche davon sind lizenzfrei, andere sind lizenzpflichtig. Andere wiederum sind für moderierte Workshops bzw. Gruppendiskussionen oder zur Befragung der Beschäftigten, manche branchenspezifisch, andere universell. Zu allem Überfluss erheben die Tools nun auch noch völlig unterschiedliche Dinge. Weiterlesen

Was die Unternehmenskultur mit Burnout zu tun hat

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigte ich mich kürzlich auf eine für mich neue Art und Weise sehr intensiv mit dem Thema Burnout und dessen zahlreiche Ursachen. Da sich mir dadurch selbst einige neue Erkenntnisse und Zusammenhänge erschlossen, möchte ich einiges gerne mit Ihnen teilen.

Die Ursachen und Präventionsansätze von Burnout sind zweigeteilt:

Einerseits zählen zu den Ursachen von Burnout Faktoren, die mit dem Individuum zu tun haben, das betroffen ist oder eben auch nicht: eine hohe Leistungsmotivation bis zum Perfektionismus, ein hohes Anerkennungsbedürfnis, wenig andere Interessen, ggf. noch ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten sowie ein unzureichendes Selbst-Bewusstsein — wobei ich diese Schreibweise mit Bindestrich und großgeschriebenem “Bewusstsein” bewusst gewählt habe, weil ich damit neben dem eigentlichen Selbstbewusstsein auch das Körperbewusstsein mit einschliessen möchte.

Hier setzt auch eine personenbezogene Prävention an: am Individuum und dessen Verhalten. Deshalb wird diese Art auch Verhaltensprävention[1] genannt, und im Wesentlichen ist das Individuum selbst für dessen Umsetzung verantwortlich – beispielsweise durch mehr Bewegung, oder weniger Fastfood, besseres Zeitmanagement, Erlernen eines Entspannungsverfahrens oder die Schulung konkreter, benötigter Fähigkeiten etc.
Arbeitgeber können hierfür lediglich Angebote schaffen.

Andererseits gehören zu den Ursachen von Faktoren, die im Unternehmen oder in der Organisation der Betroffenen liegen. Dazu zählen unter anderem (neutral formuliert:) schwierige Arbeitszeitmodelle mit unzureichenden Ruhepausen, permanente Erreichbarkeit, für den Mitarbeiter nicht transparente Ent- oder Belohnungssysteme, emotional belastende Aufgaben (wie es z. B. in der Pflege der Fall ist).
Diese Art der Organisationsbezogenen Interventionen werden auch Verhältnis-prävention genannt, denn Damit werden die Verhältnisse verändert, denen eine Person ausgesetzt ist.
Solchen Maßnahmen sorgen durch Veränderungen im Arbeits- oder  persönlichen Umfeld dafür, dass Personen weniger Stress ausgesetzt wird. Hierzu gehören beispielsweise Umgestaltung/Umstrukturierung von Arbeitsabläufen, Änderungen an Schichtarbeit oder Arbeitszeit im Allgemeinen sowie verstärktes Feedback oder Leistungsbewertungen. Aber natürlich zählt auch jede Maßnahme dazu, die dazu beiträgt, den Mitarbeiter in seiner Kompetenz zu stärken.

Ferner kann bei einzelnen Mitarbeitern der Kommunikations- und Führungsstil des Unternehmens oder einzelner Bereiche auch zu einem Burnout führen – wie auch die Unternehmenskultur generell. Hier ist es natürlich schwierig, eindeutig zu unterscheiden, ob es sich um die Verhältnisse (aus Sicht eines Mitarbeiters) oder um das Verhalten Einzelner, beispielsweise des/der Vorgesetzten handelt.

Aber was macht eigentlich eine gute Unternehmenskultur aus?

Nun, stark vereinfacht könnte man sagen, dass ein sehr wettbewerbsorientiertes Arbeitsumfeld und/oder ein hierarchischer mit unklaren Ansagen und Vorgaben Burnout mehr begünstigen als eine harmonische Zusammenarbeit, wo jeder die gemeinsam gesteckten Zielvorgaben auf eigenem Weg erreichen darf. Tendenziell ist das sehr wahrscheinlich so, und ich halte es auch für wichtig, dass Vorgesetzte entsprechend geschult sind, um Zielvorgaben entsprechen klar zu formulieren und die Mitarbeiter dabei unterstützt, selbst mitzudiskutieren, welchen persönlichen Beitrag sie bestmöglich dazu beitragen können. Aber dennoch ist es m. E. etwas zu kurz gedacht.

Denn während ein leistungsorientiertes „Alpha-Tier“ in einer wettbewerbsorientierten Arbeitsumgebung gut und gerne seine Ellenbogen ausfahren kann, wird er vermutlich keinen einen Burnout erleiden, während ein feinfühliger Mensch sehr belastet und gestresst sein kann. Was der eine „toll“ findet, ist für den anderen das blanke Entsetzen.

Um es überspitzt darzustellen, wäre für einen wettbewerbsmotivierten Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld mit hohem “Kuschelfaktor” wohlmöglich der Auslöser für einen Boreout.
Ebenso kann eine (zu) große Entscheidungsfreiheit bei der Arbeit, wie sie gerne gefordert wird, manche Menschen (zugegebenermaßen aber eher die Minderheit) auch schlichtweg überfordern – und deshalb zu einem Burnout führen.

Man kann also nicht per se behaupten, dass es DIE perfekte Unternehmenskultur gibt  oder DIE Unternehmenskultur, die Burnout begünstigt oder verhindert. Entscheidend ist hier primär die »Passung« zwischen der Situation, dem Umfeld und dem Individuum, auf neudeutsch auch Person-Environment Fit bzw. Misfit genannt.[2] 

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich manchmal die Passung erst im Laufe der Zeit und sukzessive auseinander- oder zusammenentwickeln kann, beispielsweise wenn die eine oder andere Seite (also Individuum oder Organisation) bewusst oder unbewusst ihre Wertevorstellungen verändert.
Ein klassisches Beispiel sind hier sicherlich die Unternehmensberatungen, deren Mitarbeiter – die 35 bis 40er Altersgrenze überschreitend – im Laufe der Zeit feststellen, dass es auf Dauer doch nicht so cool ist, permanent im Hotel zu wohnen und 17-Stunden-Arbeitstage zu haben, wenn man sich im Grunde seines Herzens nach einer stabilen Partnerschaft und evtl. auch Familie sehnt.

Sie als Unternehmer können neben der Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Basics im Arbeitsschutz (wie beispielsweise der Beurteilung der psychischen Gefährdungen Ihrer Mitarbeiter), einiges dafür tun, dass Ihre Mitarbeiter möglichst stressarm arbeiten können. Sie können nämlich dafür sorgen, dass Sie die richtigen Mitarbeiter auf den richtigen Positionen einsetzen. Richtige Positionen heisst an der Stelle den Fähigkeiten, Interessen und Neigungen des Mitarbeiters entsprechend.
Das bedarf allerdings sensibilisierte Führungskräfte, die es den Mitarbeitern im Dialog ermöglichen, dass derartige Themen – wie eine mögliche Überforderung – auch frei  angesprochen werden. Manchmal liegen die Lösungen auf der Hand. Sei es, dass der entsprechende Mitarbeiter eine spezielle Schulung bekommt oder bestimmte Sach- verhalte einfach zweck- und zielgerichtet neu definiert und geregelt werden. Die meisten Maßnahmen sind kostengünstiger als ein etwaiger Ausfall oder Minderleistung aufgrund einer psychischen Erkrankung oder aufgrund von Fehlbelastungen oder Demotivation (auch Präsentismus genannt).

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Analysen eine Hilfestellung zur Lösung etwaiger humansozialer Fragestellungen geben konnten. Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie Fragen haben. Wir beraten Sie gerne!


[1] Andrea Lohmann-Haislah, Psychische Belastungen – was tun? Verhältnisprävention vor Verhaltensprävention, siehe unter www.baua.de/de/Publikationen/

[2]  Kurt Lewin (1936) und Henry A. Murray (1938) zitiert nach Matthias Burisch, Das Burnout-Syndrom, 2014, S. 94

Demografischer Wandel – eine Herausforderung für den Mittelstand?

Haben Sie sich in Ihrem Unternehmen schon mit dem demografischen Wandel beschäftigt (unter dem angegebenen Link können Sie mal “hineinschnuppern”, ob auch Ihre Region und damit auch Ihr Unternehmen in Zukunft davon betroffen sein können)? Und in Zusammenhang damit z. B. mit dem Durchschnittsalter Ihrer Belegschaft.

Natürlich ist es wünschenswert, wenn die Menschen zukünftig älter werden – deshalb wurde ja auch das Renteneintrittsalter auf 67 angehoben. Doch in der Praxis funktioniert das nur, wenn die Arbeitnehmer erstens auch noch so lange arbeiten können und zweitens auch noch Einsatz bringen wollen.
Dazu stellt sich noch die Frage, wie Sie das Know-How Ihrer ausscheidenden Mitarbeiter ersetzen oder ans Unternehmen binden möchten?

Zum Glück können Sie in Ihrem Unternehmen Ihren Teil dazu beitragen, sowohl für die Gesundheit (und Leistungsfähigkeit) als auch für die Motivation Ihrer Mitarbeiter.

Die Betriebliche-Präventions-Analyse hilft Ihnen, zu erkennen, ob Ihr Unternehmen gut für zukünftige Herausforderungen, die sich aus den demografischen Veränderungen ergeben, gerüstet sind. Ihr vorhandenes Gesundheitsmanagement wird dabei selbstverständlich berücksichtigt.
Darauf aufbauend werden mögliche Maßnahmen abgeleitet und – in Abhängigkeit Ihrer Unternehmensziele – festgelegt und terminiert. Begleitet von einer professionellen Kommunikation (und selbstverständlich Dokumentation) sowie von regelmäßigen Erfolgs-kontrollen werden die beschlossenen Maßnahmen (z. B. konkrete BGF¹-Maßnahmen oder organisatorische Veränderungen) in ein umfassendes Gesundheitspräventions-Programm umgesetzt, bei deren Umsetzung ich Sie gerne, zusammen mit meinen regionalen Netzwerkpartnern, unterstütze.

Und damit befinden Sie sich in guter Gesellschaft – denn eine Studie der Uni Linz² hat ergeben, dass sich Prävention sich sehr deutlich rechnet – und zwar je früher desto besser. Somit trägt Gesundheitsprävention neben den Vorteilen bei der Bindung bestehender wie auch der Rekrutierung neuer Mitarbeiter zusätzlich auch zur betriebswirtschaftlichen Gesundheit Ihres Unternehmens bei.
Für wen, wenn nicht für den Mittelstand ist dies von Bedeutung.

Wenn auch Sie von den Vorteilen der Unternehmens-Gesundheit profitieren wollen, fordern Sie hier ein auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Angebot an!

 


¹ BGF = Betriebliche Gesundheitsförderung, d. h. Workshop-  und Kursangebot zu Bewegung, Ernährung, Entspannung und Stressbewältigung
² http://www.iwsooe.at/uploads/tx_news/Studie.pdf, Zusammenfassung siehe Seite 41 ff.

Work-Life-Balance – oder: Das Prinzip Freude…

Dieser Beitrag ist Bestandteil eines Vortrages zum Thema Work-Life-Balance, den ich im April 2010 anläßlich des “Aktionstages Gesundheitsbewegung – Wir bringen Bewegung in Ihre Gesundheit” hielt. Der Aktionstag fand damals – passend zur Bewegung – in einem (BMW-)Autohaus in München statt.

Als ich ein paar Wochen zuvor anfing, in meinem Bekanntenkreis von dieser Gesundheits-ausstellung im Autohaus zu erzählen, fragten mich viele, worin denn überhaupt der Zusammenhang bestünde und was denn Gesundheit überhaupt mit Auto zu tun hätte. Passenderweise war mir etwa drei Wochen die folgende kleine Anekdote passiert, die ich an dieser Stelle erzählte:

Ich war eine längere Strecke mit meinem Auto unterwegs, als auf einmal das kleine Warnlämpchen mit dem Motorsymbol anfing zu leuchten. Nachdem gerade das Auf-leuchten dieses Lämpchen so viele verschiedene Ursachen haben kann, bin ich also in die Werkstatt gefahren, um den Fehlerspeicher auslesen zu lassen. Und wissen Sie, was die Fehlermeldung war? Sie lautete „Falsches Gemisch“.

Nun, beim Auto bezieht sich das natürlich auf das Kraftstoff-Luft-Gemisch, das bei der Verbrennung im Motor optimal eingestellt sein muss, damit das Auto eine optimale Leistung in Verbindung mit einem ressourcen-schonenden Verbrauch erbringen kann. Außerdem kann es bei einem falschen Gemisch zu Rückständen im Motor kommen, mit dem Risiko dass dieser vorzeitig ausfällt.

Was hat das nun mit dem Titel meines Vortrags, mit Work-Life-Balance zu tun? Nun: Auch bei uns Menschen kommt es darauf an, dass die „Zutaten“ unseres Lebens eine für uns persönlich optimale Mischung haben, damit wir eine möglichst lange Lebensdauer bei bestmöglicher Gesundheit haben können.

Denn Balance ist englisch und bedeutet sowohl Balance, Ausgeglichenheit, Aus-gewogenheit, als auch Waage. In diesem Zusammenhang sprechen wir von der Ausgewogenheit zwischen Work, also Arbeit, in ihrer vielfältigsten Form, auf der einen Seite – und Life, also Leben, auf der anderen Seite.

Das ganze verdeutlichte ich mit dem folgenden Beispiel:

Auf der einen Seite ist die Waagschale mit WORK, also Arbeit. Das ist neben der beruf-lichen Arbeit auch die Fahrtzeit dorthin (und wieder nach Hause). Außerdem gibt es noch weitere Verpflichtungen,  Hausarbeit, Besorgungen, Gartenarbeit, Schularbeiten­aufsicht beispielsweise.
Was das in Stunden ausmacht, können die meisten von uns sicherlich gut beziffern.

Die Frage, die daraus resultiert ist: Ist der zeitliche Umfang Ihrer Arbeit in Ordnung für Sie? Oder ist es Ihnen zu viel?

Die zweite Waagschale ist das, was einen Ausgleich darstellen könnte. Was gehört für Sie zum LIFE – zum Leben dazu? Hier ein paar Beispiele:

  • Familie bzw. Partnerschaft / Beziehung:
    Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihrer Familie? Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin / Ihrem Lebensgefährten oder Ihrer Lebensgefährtin? Reicht Ihnen das? Verbringen Sie die Zeit dann mit gemeinsamen Interessen oder streiten Sie eher nur?
    Wie oft sehen Sie Ihre Kinder oder beispielsweise Ihre Eltern, die gehören ja auch zur Familie? Und was machen Sie zusammen mit Ihren Kindern, wenn Sie sie sehen? Spielen Sie mit ihnen und haben Sie Spaß dabei? Erziehen Sie Ihre Kinder nur, statt ihnen zu spielen, lesen, ihnen zuzuhören usw.  oder würden Sie sie am liebsten genervt weg schicken, weil Sie so k.o. von der Arbeit sind?
  • Soziales Umfeld:
    Wie viel Zeit verbringen Sie mit Freunden, oder mit anderen Menschen, die Sie zum Beispiel aus Vereinen, Parteien oder sonstigen Freizeit­organisationen kennen? Reicht Ihnen das oder würden Sie gerne mehr, oder häufigere Kontakte pflegen? Sind es Ihre Kontakte oder die Ihres Partner / Ihrer Partnerin?
    Oder sind Sie evtl. nur genervt von all den Menschen, die immer irgendetwas von Ihnen wollen, sich aber doch gar nicht in Sie hineinversetzen können und sowieso keine Ahnung haben, was Sie eigentlich bewegt?
  • Sport:
    Wie oft machen Sie Sport? Ob das nun Radfahren, Fußball, Wandern, der Besuch im Fitnessstudio oder der tägliche Fußweg (die Betonung liegt hier auf Fuß-Weg) zur Arbeit ist, ist da ja zweitrangig?  Und wie intensiv? Reicht Ihnen das? Können Sie Ihren Sport genießen oder machen Sie ihn aus einem Pflichtgefühl heraus?
  • Gesundheit:
    Wie steht es um Ihre Gesundheit? Leiden Sie unter Stress, Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rücken- oder anderen Gelenk-schmerzen oder Depressionen? Dies alles sind leider sehr häufige Folgen eines unausgewogenen Lebensstils.
    Auch häufige Erkältungen, Hautausschläge oder andere Zeichen eines schwächelnden Immunsystems sind leider in unserer Gesellschaft ganz verbreitet.
  • Was sehr eng mit dem letzten Punkt zusammenhängt, ist das Schlafen.
    Wie viele Stunden schlafen Sie täglich? Reicht Ihnen das? Wie ist die Schlaf-Qualität? Schlafen Sie tief und fest durch und wachen erst am nächsten Morgen ausgeruht mit dem Wecker auf – oder  evtl. sogar ganz ohne Wecker? Oder kommen Sie abends nur schwer ins Bett und morgens nur wieder schwer heraus? Oder wachen Sie mitten in der Nacht mit starkem Herzklopfen und wilden Gedankengängen auf und wälzen dann wach von einer Seite auf die andere?
  • Was außerdem sehr eng mit dem Thema Gesundheit zusammenhängt, ist die Ernährung:
    Wie oft nehmen Sie regelmäßig am Tag eine Mahlzeit ein, und wie oft ist diese auch warm? Wie ist die Qualität des Essens, d. h. setzen Sie sich dabei hin?
    Sorgen Sie beim Essen für eine ruhige, angenehme Atmosphäre? Oder essen Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn und arbeiten mittags nebenher noch am Computer, weil Sie so viel zu tun haben?
    Und natürlich sollte auch die Kalorienzufuhr in einem angemessenen Verhältnis zur Bewegung, d. h. zum Verbrauch stehen.
    Kochen Sie eigentlich selbst (oder haben einen Partner/-in, der selbst kocht)? Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse oder essen Sie meistens lieber eine Fertig-Pizza, ein belegtes Brot oder ein Sandwich und Schokolade, weil das so schön schnell geht?
    Ernähren Sie sich also mehr von Nahrungs-Mitteln oder von Lebens-Mitteln? Und was denken Sie, ist der Unterschied von Nahrungs- und Lebensmitteln?
  • Wie viel Zeit verbringen Sie eigentlich regelmäßig mit dem wertvollsten Menschen in Ihrem Leben? Mit wem? Na – mit sich selbst!? Wie viel Zeit nehmen Sie sich wirklich nur für sich selbst?
    Sie könnten sich zum Beispiel in Ruhe in die Badewanne legen, ein schönes Buch lesen, ganz entspannt eine schöne CD hören, eine Runde in der Natur spazieren gehen, sich kurz mal in die Sonne setzen oder einfach nur mal eine Runde herzerfrischend lachen.
    Haben Sie schon einmal bewusst ausprobiert, wie gut das tut? Wäre das nicht eine schöne Erfahrung, sich bewusst und gewollt selbst ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt darauf zu hoffen, dass es jemand anders tut – was auch oft genug überhaupt nicht geschieht. 
  • Damit zusammen hängt außerdem auch noch ein anderer wichtiger Punkt: Stille bzw. geistige Einkehr und Zentrierung.
    Sie können sich darunter nichts vorstellen? Damit ist die bewusste Auseinander-setzung mit dem inneren „Ich“ gemeint, das sind Tätigkeiten – wobei das vielleicht das falsche Wort ist – nennen wir es eher „Übungen“, gemeint, wie z. B. Yoga, Entspannungsübungen, Meditation, Gebete, Schweigen, oder wie auch immer Sie es nennen möchten. In jedem Falle ist es ein „zur Ruhe kommen“, „in seine Mitte“ kommen, „aus dem Alltag heraustreten“.

Natürlich gibt es da auch Schnittmengen, z. B. wenn Sie sich mit Ihren Freunden zum Joggen verabreden oder im Verein Fußball spielen, kann das Sport sein oder auch soziales Umfeld, genauso wie Angeln ebenfalls Sport, soziales Umfeld oder Meditation sein kann. Nun ja, jetzt bin ich ein wenig abgeschweift, nun zurück zum Thema.

Wer mag, kann an dieser Stelle dem Beispiel folgen, dass Sie hier finden.

Was können Sie also zum Ausgleich tun, wenn Sie feststellen, dass sich Ihre Lebens-balance im Ungleichgewicht befindet? Am besten nehmen Sie sich nicht gleich alles auf einmal vor, denn wenn Sie sich vornehmen, von heute auf morgen alles umzukrempeln, und es nicht sofort klappt, ist das natürlich demotivierend und frustrierend. 
Insofern ist es sinnvoll, langsam vorzugehen und eines nach dem anderen anzuschauen. Schritt für Schritt – und mit der nötigen Toleranz und Geduld mit sich selbst.

Zunächst einmal können Sie die WORK-Waagschale, also die Seite mit der Arbeit verändern. Verändern heißt in dem Fall: Reduzieren.

  • Das können Sie entweder tun, in dem Sie die Quantität reduzieren, also die Stundenanzahl. Dazu ein paar Gedankenanstöße und Ideen:
    – Wer sagt Ihnen, wie viel Sie arbeiten müssen? Ihr Chef? Sie sich selbst?
    – Haben Sie mal ausprobiert, einfach weniger zu arbeiten und mal zu schauen, wie vielen Leuten es überhaupt auffällt und wie viele Leute sich dann eigentlich tatsächlich beschweren? 
     (Falls Sie sagen, das ginge nicht: Das dachte ich vor ein paar Jahren auch, und dann hab ich es einfach mal ausprobiert. Und glauben Sie mir, wenn es nicht funktionieren würde, würde ich es Ihnen nicht empfehlen.)
    Also, bei mir waren es übrigens nur zwei Personen, denen es überhaupt aufgefallen ist, und von beiden hing zumindest bei mir keine Gehaltserhöhung ab…)
    Und selbst wenn bei Ihnen persönlich die Arbeit Spaß macht, ist bei Ihnen ein Mehr an Arbeit auch automatisch ein Mehr an Spaß? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch.
  • Die Alternative zum Reduzieren der Stundenanzahl ist, den Inhalt der Waagschale also Ihre persönliche Belastung – leichter zu machen, indem Sie die Qualität erhöhen. Denn wenn Ihnen eine Sache Spaß und Freude macht, wirkt sie viiieel leichter, wie ein mit Gas gefüllter Luftballon, der Sie und Ihre Waagschale schweben lässt.
    Hier hilft Ihnen vielleicht die Fragestellung weiter: „Wobei fühlen Sie sich wohl?“ Das können Sie zum Beispiel dadurch erreichen, dass Sie Ihre Gestaltungsmöglich-keiten ausnutzen oder erweitern. Schaffen Sie sich Spielraum, übernehmen Sie Verantwortung, zeigen Sie Initiative.
    Suchen Sie sich die Aufgaben, die Ihnen Spaß machen, anstatt welche zugeteilt zu bekommen, die keinen Spaß machen. Die können Sie ja nicht mehr erledigen, denn Sie sind ja schon mit den anderen Aufgaben ausgelastet. Und wenn Sie sich schon nicht die Aufgaben und Ziele selbst aussuchen können, versuchen Sie wenigstens den Weg dorthin selbst zu suchen. Auch Delegieren ist unter Umständen eine Möglichkeit.Ganz wichtig ist übrigens dabei authentisch zu bleiben. Sich verbiegen schafft keine Lebens­qualität. Also verbiegen Sie sich nicht um ins Unternehmen zu passen, sondern suchen Sie sich langfristig eines das zu Ihnen passt. Stehen Sie ruhig zu sich und Ihrer Meinung, auch wenn sie anders ist. Die einzige Regel ist hier: Der Ton macht die Musik.Ganz entscheidend ist aber: Ärger können Sie nicht vermeiden. Denn Ärger oder sich ärgern ist eine Bewertung von Anlässen die von außen kommen, also wie Sie damit umgehen. Und andere kann man bekanntlich nicht ändern.
    Was Sie allerdings ändern können, ist die Art und Weise, wie Sie diese Anlässe bewerten. Eine Frage, die sich für mich in solchen Fällen zur Leitfrage entwickelt hat, ist die folgende:
    “Ist dieser Anlass, diese Sache so wichtig, dass ich mich auch in einer Stunde oder auch morgen noch darüber aufregen werde? Und vor allem: Ändert es etwas, wenn ich mich darüber aufrege, außer dass ich meine eigene Lebensqualität und –erwartung reduziere?!”

Zum anderen können Sie die zweite Waagschale verändern, also der Seite mit dem Leben „mehr Gewicht“ zu verleihen. Auch hier haben Sie wieder zwei Möglichkeiten:

  • Entweder Sie erhöhen die Quantität, die Menge an Zeit. Das Stichwort ist dann: Sich Zeit nehmen, für Ihre Familie und Freunde und für sich selbst. (Mir ist schon klar, dass das nur in begrenztem Umfang geht, weil für jeden der Tag nur 24 Stunden hat, wie wir hier gesehen haben.)
    Beispielsweise könnten Sie abends eher aus dem Büro nach Hause gehen um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und dann evtl. anschließend zu Hause weiter arbeiten, wenn die Kinder bereits im Bett sind.
    Oder Sie lassen einfach mal Radio oder Fernseher aus und erfahren so anstatt der Neuigkeiten aus der Welt – die ohnehin oft negativ und/oder oberflächlich sind – die Neuigkeiten aus dem Leben Ihrer Lieben.
     
  • Alternativ erhöhen Sie die Qualität dieser Waagschale: Indem Sie Ihre Gedanken und Einstellung dazu zu verändern. Das ist kein leichter, aber auf jeden Fall ein lohnender Weg.

Generell kann man also sagen, dass bei einer ausgewogenen Work-Life-Balance sowohl jede Seite einzeln aus auch das Gesamtkonstrukt mit dem Begriff „Lebensqualität“ zusammen gefasst werden kann. Wussten Sie eigentlich, dass der Begriff Lebens-qualität früher auch als Ars vivendi bezeichnet wurde, also „Lebenskunst“?  Sind Sie ein Lebenskünstler? Was ist Lebenskunst überhaupt?

Meiner Meinung nach ist Kunst in jedem Fall Geschmackssache, also subjektiv. Das heißt, Sie müssen Ihren persönlichen Weg finden. Das hat natürlich auch wieder was mit authentisch sein zu tun. Und mit Verantwortung, Selbst-Verantwortung, denn sie kommt aus Ihnen selbst.

Also, seien Sie verantwortungsbewusst und kreativ. Schaffen Sie sich das Kunstwerk Ihres eigenen Lebens. Pflegen Sie es, und pflegen Sie, was besonders an Ihnen ist und vor allem: Pflegen Sie sich selbst. Das Gute dabei ist, in puncto Gesundheit, Ernährung, Entspannung, Sport und geistige Einkehr kann ich Sie sogar unterstützen.

Aber ausprobieren müssen Sie es natürlich selbst . Glauben Sie mir – es macht unheimlich Freude! Und im Jargon des Gastgebers des Gesundheitstages gesprochen:  Freude … ist Energie… ist Power!
Sowohl mit Freude als auch mit Energie oder Power können in Ihrem Leben auch schwergewichtige Themen gaaanz leicht bewältigen.

Zum Abschluss meiner Gedankenreise noch eine Bitte :  
Nehmen Sie die Warnlampen in Ihrem Leben bzw. die Ihres Körpers ernst. Denn wenn Sie die Fehlerursachen beheben, können Sie schwerwiegende Ausfälle verhindern, und was viel wichtiger ist, Sie verlängern Ihre Lebensdauer und verbessern außerdem Ihre Lebensqualität!

Herzlichst,

Ihre Christina Bolte